Permanente Öffentlichkeit und das Ende der Intellektuellen

Dass wirkliche öffentliche Intellektuelle heute so rar sind, liegt weniger an der Öffentlichkeit als an der Privatheit. Wir sind alle mit Formen der Öffentlichkeit so kurzgeschlossen, dass Thesen nicht mit Schlagkraft in die Öffentlichkeit treten, sondern vorher schon in tausendfachen Bruchstücken und mannigfaltigen Versionierungen vorformuliert und angetestet sind. Unser Debattenraum ist dementsprechend selbst ein anderer. Er ist viel stärker durch vorläufige und experimentelle Positionierungen gekennzeichnet. Man kann das bedauern, sich versuchen dem partiell zu entziehen, muss dem aber doch als diskursive Realität erst mal Rechnung tragen.

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Festhalten am Unglück – über Fakir Baykurts „Hochöfen“

20 Jahre nach ihrem ursprünglichen Erscheinen sind endlich auch die ersten beiden Bände von Fakir Baykurts Duisburg-Triologie in deutscher Übersetzung erschienen. Dies ist insbesondere auch dem Engagement des Verlags Dialog-Edition und Tayfun Demirs zu verdanken. Während Baykurts Bücher sich bei türkischsprachigen Leser*innen großer Bekanntheit erfreuen, sind sie den deutschsprachigen Leser*innen weitgehend unbekannt. Obwohl Duisburg seit einigen Jahren einen Fakir Baykurt Kulturpreis vergibt, war aus der nach der Stadt benannten Triologie bis im letzten Jahr nur der dritte Band „Halbes Brot“ auf deutsch erschienen.

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Zwischen An- und Enteignung. Anmerkungen zum Plagiat im Expropriationsverhältnis der Wissenschaft

Wenn in der Wissenschaft von Plagiaten die Rede ist, dann wird dies meist als ein Verstoß gegen „geistiges Eigentum“ verstanden. Damit übernimmt man aber eine Rahmung einer neoliberalen Eigentumsordnung (kritisch hierzu etwa Hardt 2005). Ich meine, dass ein Plagiat so weder epistemisch noch normativ angemessen gefasst wird. Und diese beiden Dimensionen hängen eng zusammen. Als Verstoß gegen geistiges Eigentum wären Plagiate doppelt zu fassen: einerseits verletzen sie die Rechte des Verlages, der sich ja oft die Rechte an entsprechenden Texten sichert. Erst sekundär werden hier die Rechte der Autor*in verletzt, und dies vor allem, sofern das Urheberrecht diesen ein unveräußerliches Recht an ihrem Produkt zugesteht.

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Academics on Mastodon – some notes on a minimal web app for creating customized following lists for the Fediverse

Several days ago I saw the opportunity, that some of my sociological colleagues would move from twitter to the Fediverse. I started a simple list in this blog, to help them find each other. Thomas Haase then suggested making a CSV file from the list, to allow importing it in Mastodon. I thought, it would be nice to have a simple way of choosing whom to follow, so I wrote a very rustic webpage, that generates the CSV file based on your selection. As this was quite simple, I thought some friends could perhaps be interested in adepting it to their disciplines. I did not expect it to scale very much.

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Academics on Mastodon – let’s connect!

Things are evolving quickly: This page is outdated. There is a new page which collaboratively gathers lists based on Academcis on Mastodon. Please visit https://github.com/nathanlesage/academics-on-mastodon.

How to find your academic peers on mastodon? Or discover new interesting researchers in your discipline? I started a list of sociologists, which now turned to a minimalistic web app that has been adapted for other disciplines. Here I try to give an overview over these different websites.

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Soziolog*innen auf Mastodon – eine Liste

Da es in den letzten Tagen soziologischen Zuwachs auf Mastodon gab, hier mal eine Liste zur besseren Vernetzung. Vorab aber auch der Hinweis, dass es die Gruppe @sociology@a.gup.pe gibt. Diese funktioniert wie ein Retweet-Bot. Erwähnt sie bei einem soziologisch relevanten Post und dann wird dieser automatisch geboostet, so dass alle Follower der Gruppe ihn in der Timeline sehen.

Ich schicke diese Liste auch über die Gruppe herum, aber es scheint mir auch sinnvoll, hier eine Sammlung zu haben, um zukünftig ergänzen zu können. Also los …

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Prekäre Soziologie

Bericht zur Veranstaltung: Soziologie als Beruf – zwischen gesellschaftlicher Relevanz und Prekarität, DGS Kongress, Bielefeld, 29.9.2022, 19–21 Uhr.

Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind kein Nischenthema mehr. Ihre Thematisierung gehört inzwischen zum guten Standard großer Fachkonferenzen. In der Deutschen Gesellschaft für Soziologie wird dieses Thema inzwischen dauerhaft vom Ausschuss „Soziologie als Beruf“ bearbeitet. Auf dem diesjährigen DGS-Kongress haben Heike Delitz, Birgit Blättel-Mink, Ina Krause, Cedric Jürgensen, Nina Weimann-Sandig, Paul Sinzig und Sebastian W. Hoggenmüller für den Ausschuss die Veranstaltung „Soziologie als Beruf – zwischen gesellschaftlicher Relevanz und Prekarität“ organisiert. Trotz der späten Stunde nach einem langen Konferenztag, konnte sich die Veranstaltung über ein reges Interesse freuen. Der Altersschnitt legt nahe, dass sich leider allerdings wenige Professor*innen in die Veranstaltung verirrt haben. Trotz der dauerhaften Verankerung des Themas in den Gremien der DGS, scheint hier noch einige Arbeit nötig zu sein, damit es nicht nur als spezifisches Interesse des „Nachwuchses“ aufgefasst wird, sondern als Thema, dass in der Gestaltung der Bedingungen soziologischer Forschung und Lehre für alle Soziolog*innen mittelbar relevant ist.

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Call for Abstracts: Discourse & Critical Theory

Thematic Session at the DiscourseNet & ALED congress: Discourses and their impacts on a world of multiple crises | 25–28 July, 2023 | University of Valencia, Spain (PDF version)

From its beginnings, Critical Theory has developed a strong interest in language and in the relationship between the symbolic, our ways of thinking and material reality. Not only as a cultural element to enrich Marxist analysis, but also as a product and producer of social reality and of the subjects that inhabit it. The aim of this thematic session is to discuss the role of language within the variegated approaches within Critical Theory and to put it in dialogue with the most relevant contemporary currents within discourse studies (CDA, post-structuralism, post-foundationalism and others). Ultimately, the aim is to see to what extent contemporary discourse studies and Critical Theory can mutually enrich each other. In this thematic session we are interested in the relevance of these currents from a multidisciplinary perspective, including linguistics, sociology, philosophy, political science, aesthetics, cultural and communication studies, among others.

We invite you to send in abstracts of 250 words for our thematic session until December 31, 2022. Please use the DNC5 Conftool webpage: https://www.conftool.pro/dnc5aled-2023.

Feel free to contact us, if you have any questions concerning our thematic session: david.adler@uni-oldenburg.de.

Some thoughts on entropy in AI image generation

There has been an intense debate about image generation within the last weeks, after the technology has been made publicly available. After several proprietary programs have offered limited free tiers for some time, with stable diffusion an open-source model was published this August. One popular discussion has been the question, if the created images really can be compared to images created by human creativity. I don’t want to get into this discussion here. Rather my question is, what would happen in a next step: At the moment we talk about AI produced images as the output of the programs and deep learning models. But what happens if they become part of the very image databases the models are trained on? What if the AI generated images are fed back into the models for image generation? My hypothesis is, that this will produce entropy in the image generation process which, in the long run, will tend towards ever more noise.

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Der Hass-O-Mat – kann man Hass mit Hass bekämpfen?

Wieder mal eine Hassnachricht bekommen? Nun: Ein Knopfdruck und der Hass-O-Mat liefert unmittelbar deine individuelle Hassantwort.

Hass mit Hass bekämpfen ist natürlich eine blöde Idee. Aber doch ist an dem Gedanken eines automatisierten Hate-Speech-Generators etwas dran, gerade weil er nicht einfach als ungebrochene Fortsetzung sprachlicher Hassbekundungen funktioniert – so wenig wie eine algorithmisch erzeugte Liebesbekundung wohl der Liebe zuträglich sein wird.

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