Die Vergesellschaftung „sozialer“ Medien – das Fediverse

Dieser Post ist Teil der Beitrags „Strategien gegen Internetparolen“.

Bei den bisherigen Überlegungen und Tipps zum Umgang mit Parolen in heutigen Sozialen Netzwerken haben wir uns mit Taktiken begnügt, wie man innerhalb des gegebenen Kontexts eines kommerziellen Mediums gegen Hass und Hetze vorgehen kann. Aber ist es sinnvoll, diese Netzwerke mit ihren Algorithmen als selbstverständlichen Ort anzunehmen, an dem wir mit anderen in Austausch kommen? Bildlich gesprochen haben wir uns daran gewöhnt, uns online der Halböffentlichkeit von Shopping-Malls zu treffen, in denen wir gezielt von Werbebotschaften beschallt werden, von Videokameras überwacht werden und auf den Goodwill von Security-Mitarbeiter*innen angewiesen sind, die uns ohne genauere Begründung mit Verweis aufs Hausrecht rausschmeißen können. Aber warum soll es uns nicht gelingen, soziale Medien als ein wirklich öffentliches Gut zu entwickeln? Als einen wirklich öffentlichen Marktplatz, oder wie man in Anschluss an die griechische Demokratie sagen könnte, eine Agora?

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Von der Reaktion zur Aktion – die Strategie Erster Kommentar

Aufgrund der schieren Mengen von abwertenden Äußerungen, Stereotypen und Beleidigungen im Netz, kommt man, wenn man diese nicht einfach stehen lassen will, schnell in einen Modus, in dem man immer „nachziehen“ muss, von den Parolen der anderen getrieben ist. Eine Zeit lang habe ich eine absichtliche Gegenstrategie ausprobiert: die Strategie des ersten Kommentars. Anstatt auf erwartbare Hetze zu warten (etwa, wenn eine neue Unterkunft für Geflüchtete gebaut wird), habe ich selbst mit einem positiven Kommentar angefangen, und dann länger nicht nach den Kommentaren geschaut. Diese Strategie hat eine Reihe von Vorteilen.

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Strategien gegen Internetparolen

Unter dem Titel „Strategien gegen Internetparolen“ möchte ich in loser Folge Blog-Posts versammeln, die sich damit beschäftigen, wie wir im Internet plumpen, stereotypen und diskriminierenden Äußerungen begegnen können. Ein solches Vorhaben wird vermutlich schnell als aussichtslos erscheinen. Angesichts immer weiter nachquellender Dummheiten und Niederträchtigkeiten, mag es erscheinen, dass Sisyphos eher seinen Stein auf den Berg gerollt hat, ehe man irgendetwas gegen Parolen im Netz ausgerichtet hat. Aber Strategien gegen Internetparolen sollen genau auch das umfassen. Es geht nicht nur darum, möglichst schlagfertig auf Hetze zu antworten und in permanenter Gegenrede-Arbeit zu versinken – sondern die Mechanismen zu verstehen, die Gegenrede erschweren und eine realistische Einschätzung zu gewinnen, was Gegenrede im Netz vermag. So soll verhindert werden, dass man dauerhaft ausgelaugt und enttäuscht „vom Platz“ geht.

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