Schreiben als Selbstsuggestion

Das Schreiben ist ein Akt der Selbstüberzeugung, nicht Ausdruck eines vorgängigen Wissens. Die Vielschreibenden haben es geschafft, sich selbst von viel zu überzeugen. Dabei ist diese Selbstüberzeugung in ihrer Ambivalenz zu fassen. Sie ist zunächst Basis des Wissens: Ohne die Fähigkeit, sich von etwas überzeugen zu lassen, flattert der Geist im Wind der Lektüre. Erst die Fähigkeit sich in diesen Wind zu stellen, kann dessen Kraft nutzen, um im Denken voranzukommen. Zugleich birgt die Selbstüberzeugung aber auch die Gefahr einer Aushöhlung des Wissens: Wer allzu leicht sich überzeugt wird „sophistisch“, verschließt sich des Erkenntnispotentials im Namen des Erkenntnisbesitzes

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